Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg

Dieser Artikel (Sandwirtsbriefe) beschreibt die Situation der Österreich - Ungarischen Landstreitkräfte bei Ausbruch und währen des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918), sowie die Aktivitäten bei den wichtigsten Kriegsereignissen, an denen sie beteiligt waren.

Zustand der Armee und Kriegsvorbereitungen

Unter den Armeen der europäischen Großmächte war die Armee Österreich – Ungarns die am wenigsten auf einen Krieg vorbereitete. Österreich – Ungarn besaß eine zu kleine industrielle Basis für die moderne Ausstattung seiner Truppen, auch wenn punktuell Spitzenprodukte gefertigt wurden wie etwa die Mörser von Skoda, so betrug z.B. die österreichische Produktion an Artilleriegranaten nie mehr als eine Million Stück im Jahr, während die russischen Fabriken 1916 schon vier Millionen Stück fertigten. Nur allmählich wurden die Streitkräfte mit zeitgemäßem Kriegsgerät ausgerüstet. Die Logistik war unterentwickelt, so dass es oft zu Versorgungsproblemen kam. Die Aufmarschgeschwindigkeit der Truppen war durch die mangelnde Infrastruktur gehemmt. Dabei hinkten die militärischen Spezialisten oft sogar der zivilen Bahngesellschaft hinterher. Während die staatliche Bahnlinie mit bis zu 100 Waggons pro Zug fuhr, erlaubte das Militär nur den Zusammenschluss von bis zu 50 Waggons. Die militärische Bahnverbindung zwischen Wien und dem San war dreimal langsamer als die zivile Bahngesellschaft.

Die Bewaffnung mit Infanteriewaffen und Artilleriegeschützen war zeitgemäß, jedoch nur was das stehende Heer betraf. Für die Reserven im Mobilfall war zum allergrößten Teil nur veraltetes Gerät vorhanden – so mussten bei der Aufstellung der Standschützen im Jahre 1915 diese ihr Gewehr mitbringen oder wurden zunächst mit dem uralten, ein schussigen „Werndl“-Gewehr, ausgestattet. Gleiches galt für die Artillerie, die überproportional in der Reserve mit alten Kanonen ohne Rohrrücklauf ausgerüstet war. Gründe waren der Mangel an finanziellen Mitteln (wie heute noch) und die Einstellung (…) soll man all die schönen (und für teures Geld gekauften Sachen) wegwerfen – man wird sie sicher noch einmal brauchen können (….), was zu den bekannten (fatalen) Resultaten führte.

Das Niveau der Truppe zeigte ernsthafte Schwächen, was man auch auf den Charakter der Doppelmonarchie als Vielvölkerstaat zurückführen kann. So rekrutierten sich die meisten Offiziere aus dem deutschen und ungarischen Staatsvolk, die Mannschaft aber aus allen Bevölkerungsteilen. Deutsch war die Befehlssprache, doch der einfache, nicht deutsch sprechende Soldat bekam davon nur die etwa einhundert Worte beigebracht (Habt Acht, Ruht, Gewehr in die Hand usw.), die für den Dienstbetrieb zwingend notwenig waren. Diese Umstände wirkten sich naturgemäß nicht positiv auf den Zusammenhalt und die Moral der Truppe aus. Laut der letzten Vorkriegsstatistik von 1911 bezeichneten sich unter den aktiven Berufsoffizieren bei der Infanterie 72 % bei der Kavallerie 67% und bei der Artillerie 88 % als Deutsche.

Tiefgreifende Reformen wären dringend notwendig gewesen, wurden jedoch nur halbherzig in Erwägung gezogen und wieder verschoben.

Ein Mitgrund war die permanente Vernachlässigung des größten Truppenkörpers, der Gemeinsamen Armee. Als man nach dem sogenannten Ausgleich von 1867 Ungarn eine eigene Armee zugestehen musste, um das Land im Reichsverband zu halten, wurde von den Ungarn unverzüglich mit der Aufstellung einer Armee begonnen, die man beschönigend nur k.u.k. Landwehr (Honvéd) nannte. Zunächst nur aus Infanterie bestehend, erhielt diese Landwehr dann auch eigene Kavallerie- und Artillerieverbände die ungarische Administration bevorzugte sie bei der Zuteilung von Geld und Personal. Aus Gründen der Parität erhielten dann auch der Reste der Reichs- und Landwehr die wiederum von der Administration der anderen Reichshälfte mit größten Wohlwollen behandelt wurde. (Die zur k.k. Landwehr gehörenden fünf Regimenter der k.k. Gebirgstruppen waren mit das Beste in der gesamten „Bewaffneten Macht“.) Dies alles ging auf Kosten der Hauptarmee, deren Zuweisung an Rekruten stellenweise so gering war, dass zur Aufstellung der „Neuen Maschinengewehr – Einheiten“ die 4 Bataillone der Infanterie – Regimenter stellenweise bis auf ein Kader ausgedünnt werden mussten.

Im Gesamtüberblick war Österreich – Ungarn personell, aber nicht materiell in der Lage, einen Konflikt wie den Ersten Weltkrieg lange durchzustehen.

Persönliche Ausrüstung (Montierung)

Bereits 1914 begannen die ersten Versorgungsschwierigkeiten. Fehlende Vorratshaltung und die nicht auf diese Art von Massenproduktion vorbereitete Industrie führten zu einer extremen Verknappung von Uniformen (Monturstücken); ein ständiger Mangel blieb bis Kriegsende bestehen.

Unzureichende Fertigungsmengen bereiteten der Militärverwaltung das größte Kopfzerbrechen. Der zusätzlich aufgestellte Landsturm und die ersten Marschbataillone waren auf das angewiesen, was die ins Feld abgehenden Truppenteile in den Monturdepots zurückgelassen hatten. Der Gesamtbestand der 1914 in den Monturdepots vorhandenen hechtgrauen Uniformen dürften sich auf ca. 700.000 Stück belaufen haben, dazu kam noch etwa 300.000 Friedens – und Paradeuniformen, die nur bedingt verwendungsfähig waren. Schuhwerk etwa zu Kriegsbeginn nicht in ausreichender Menge vorhanden und selbst unter größten Bemühungen nicht zu beschaffen. Die Kommandanten der im Frühjahr 1915 aufgebotenen VI. und VII, Marschformationen waren angewiesen, dass Schuhzeug auf dem freien Markt zu kaufen. Das dabei beschaffenen Material entsprach allerdings nur selten den gestellten Anforderungen.

Für die Ausrüstung des Landsturmes war die Situation noch prekärer. Vorbestimmt für den Dienst im Hinterland, war für den Landsturm lediglich eine Adjustierung mit blauen Friedensuniformen vorgesehen gewesen. Als es jedoch die hohen Personalverluste im Kriegsverlauf notwendig machten, auch Landsturmformationen in die Stellungsgräben zu schicken, fanden sich diese Männer zu Beginn des Krieges in ihren blauen Uniformen wieder. Die Umkleidung in die hechtgraue Montur ging nur sehr schleppend voran, da die aktive Truppe vorrangig beliefert wurden. Eine erneute Belastungsprobe für die Monturveraltung ergab sich nach der Kriegserklärung Italiens im Mai 1915. Die Standschützen von Tirol und Vorarlberg sowie die Steirer und Kärntner Freiwilligen-Schützen musste zum Grenzschutz aufgerufen werden. Diese etwa 39.000 Männer konnten ebenfalls nicht sofort gänzlich eingekleidet werden. Die Standschützen von Hall in Tirol rückten in Zivil aus, die Kompanie von Predazzo konnte zunächst nur mit den Friedensuniformen der Landwehr ausgestattet werden.

Die allgemeinen Versorgungsschwierigkeiten trugen auch dazu bei, dass die normierte Farbgebung der Felduniformen im Laufe des Krieges nicht mehr eingehalten werden konnte und die Farbtöne teils stark voneinander abwichen. Neben dem vorgeschriebenen Hechtgrau gab es dunkelgraue, graugrüne und braune Farbtöne.

Strategie und Planung

Bei Kriegsbeginn im Jahre 1914 war die Armee nicht nur von der materiellen Ausstattung, sondern auch vom strategisch – taktischen Konzept nicht auf dem Stand, auf dem sie hätte sein müssen, um den potentiellen Gegnern gewachsen zu sein. Ursache dafür war das festhalten an überkommenen Vorstellungen (Standhaft bis in den Tod – Folge waren unnötige Personal- und Materialverluste), statt aus taktischen Gründen Gelände aufzugeben. Man hielt an der Lehre des Krieges von 1866 und des Deutsch – Französischen Krieges 1870/71 fest (das im Jahre 1911 erlassene und von dem Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf stark beeinflusste Exerzierregelement für die Fußtruppen war ein gutes Beispiel für die Art der Einstellung) und ignorierte die Weiterentwicklung der Waffentechnik (z.B. Flugzeuge, Panzer, Brisantgranaten) und der Militärtaktik, diese waren in den Konflikten zwischen Russen und Japan 1905, in der von Österreich – Ungarn selbst militärisch bereinigten Bosnien – Krise 1908 und in den Balkankriegen 1912/1913 deutlich geworden.

Auch das ebenfalls von Conrad von Hötzendorf verfasste Handbuch Zum Studium der Taktik (1. Teil erschienen 1891) stand für den Grundgedanken der österreichisch – ungarischen Militärführung: Offensive und Angriff – um jeden Preis. Diese Doktrin wurde auch von vielen anderen Kriegsparteien (in Frankreich als Offensive á outrance verherrlicht) praktiziert. Die Resultate dieser Einstellung waren die ungeheueren Verluste, die der Friedensstamm des Heeres in Galizien hinnehmen musste und die nicht wieder ersetzt werden konnten. Es wurde ignoriert, dass man zwei Armeen gegenüberstand (Russland und Serbien), die im
20. Jahrhundert bereits in größere Kampfhandlungen verwickelt waren und die ihre strategischen – taktischen Ausrichtungen schon modernisiert hatten.

Nur zwei Länder kamen in den Kriegsplanungen des Generalstabes als Gegner in Frage: Russland oder Serbien gemeinsam mit Montenegro. Hierfür waren zwei Aufmarschpläne ausgearbeitet worden. Der Plan „R“ (Russland) behandelte den Zweifrontenkrieg und der Plan „B“ (Balkan) nur den Krieg gegen Serbien und Montenegro. Im Kriegsfall „R“ hatte die Hauptmacht der Armee mit der sogenannte Staffel „A“ (bestehend aus neun Korps und zehn Kavallerie – Truppendivisionen) von Galizien aus Russland anzugreifen. Unterstützung sollte die sogenannte „B“ Staffel aus vier Korps und einer Kavallerie – Truppendivision verfügbar sein. Im Falle „B“ sollten die Truppen der „B“ Staffel, verstärkt durch die drei Korps der Minimalgruppe Balken und vier Kavallerie – Truppendivisionen, eingesetzt werden.

Obwohl vorherzusehen war, das Russland nicht untätig bleiben werde, da die Bündnisverträge zwischen Serbien und Russland bekannt waren, reagierte Österreich–Ungarn als Antwort auf die serbische Mobilmachung vom 25. Juli 1914 nur mit der Teilmobilisierung und dem nach der am 18. Juli an Serbien erfolgten Kriegserklärung in Kraft gesetzten Plan „B“. Nach dem Bekanntwerden der russischen Generalmobilmachung vom
30. Juli 1914 hätte der Plan „R“ unverzüglich umgesetzt werden müssen; dies geschah jedoch nicht. Es gab keine Vorbereitungen dafür, einen einmal angelaufenen Mobilisierungsprozess anzuhalten oder abzuändern. Die dadurch zunächst weiterhin an die Serbische Front rollende „B“ – Staffel wäre in Galizien dringend benötigt worden.

Das Königreich Italien kam seinem Bündnisvertrag (Dreibund) zum Unterschied von Russland, nicht nach mit der fadenscheinigen Begründung, dass dies formal ein Defensivbündnis war. Es erklärte sich neutral und stellte Gebietsforderungen nach Landesteilen von Österreich – Ungarn (eigener Sandwirtsbrief).

Österreich –Ungarn war nun hinsichtlich der italienischsprachigen Gebiete des heutigen Trentino verhandlungsbereit. Gemäßigte Anhänger der Irredenta, unter anderem der österreichische Reichstagsabgeordnete Cesare Battisti, der bei Kriegsbeginn nach Italien überwechselte, dort Offizier wurde und nach seiner Gefangenschaft wegen Hochverrates gehängt wurde, sprach sich hingegen für eine Grenzziehung an der Salurner Klause aus, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Gleichwohl war man zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, die bereits als bedroht anzusehende Grenze außer mit den permanenten Befestigungsanlagen mit nennenswerten Truppenteilen zu besetzen.

Generalmobilmachung

Am 25. Juli 1914 unterzeichnet Kaiser Franz Josef I. den Befehl zur Teilmobilmachung, dem am 31. Juli 1914 die allgemeine Mobilisierung der Bewaffneten Macht oder auch der Wehrmacht genannten Streitkräfte der Monarchie folgte. Diese setzten sich zusammen aus:

  • der k. u. k. Armee
  • der kaiserlich – königlichen Landwehr
  • der königlichen ungarischen Landwehr
  • der k. u. k. Kriegsmarine

Das für den Krieg gebildete Armeeoberkommando unter Erzherzog Friedrich von Österreich–Teschen als Oberkommandant und Franz Conrad von Hötzendorf als Generalstabschef war oberste Instanz für die gesamten Land- und Seestreitkräfte der Monarchie.

Der Friedenssollbestand des Heeres und den beiden Landwehren betrug:

  • 25.000 Offiziere (Ärzte, Tierärzte und Rechnungsführer nicht mit eingerechnet)
  • 410.000 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 87.000 Pferde (hier schwanken die Angaben)
  • 1.200 Geschütze (nur aktive, feldbewegliche Geschütze – Festungsgeschütze und Reservebestände nicht eingerechnet)

Im Personalstand enthalten waren 36.000 sogenannte Gagisten – länger Dienende und Berufssoldaten.

Der Friedensbestand wurde unter Miteinbeziehung des Rekrutenjahrganges 1914 (Geburtenjahrgang 1893) auf 3,35 Millionen Mann Mobilmachungsstand gebracht. Dazu kamen erste Marschbataillone und zusätzliche Landsturmformationen.

Die Kriegsstärke der Landstreitkräfte betrug 1914:

  • 1.098 117 Infanterie-Bataillone (inklusive 117 Marsch- und 200 Landsturmbataillone)
  • 6 Radfahrkompanien
  • 425 Kavallerie – Eskadronen
  • 15 Fliegerkompanien
  • 483 Artillerie – Batterien
  • 224 Technische Kompanien (Pioniere, Sappeure, Eisenbahn- und Telegrafentruppen)
  • 8 Landsturm – Sappeur – Abteilungen (Belagerungspionier – Truppenhandwerker)
  • 88 Landsturm- Arbeitsabteilungen
  • 28 Brückenschutz – Kompanien
  • dazu kommen noch Train-, Verpflegungs-, Sanitäts-, Stabs- und Verbindungstruppen
  • sowie Kolonnen und vor Ort ausgehobene Arbeitsformationen. Es kann von einer
  • Feldtruppenverpflegungsstärke von etwa 1.8 – 2 Millionen Mann ausgegangen werden.

Bekleidung und Ausrüstung der Armee entsprach der damalige Stand der Technik. Dies betraf jedoch nur die aktiv, kämpfenden Truppenteile. Der Landsturm (eingesetzt etwa für Bewachungsaufgaben) war zum Teil noch in die blauen Friedensuniformen gekleidet. Getragen wurde bei der Infanterie die hechtgraue Marschjustierung (die sich später immer noch zu hell erwies und nach deutschem Vorbild durch eine graugrüne Montur ersetzt wurde) auf dem Kopf eine Kappe und als Waffe das Mannlicher Gewehr beziehungsweise das Maschinengewehr Schwarzlose Modell MG 07/12. Kavallerie und Artillerie rückten in ihren bunten Friedensuniformen aus, wobei lediglich die glänzenden Helmteile der Kavalleristen durch einen Überzug verdeckt oder einfach mit grauer Farbe überstrichen wurden.

Entgegen aller pessimistischen Äußerungen traten mit der Mobilmachung separatistische Strömungen in den Hintergrund. Tschechen, Ungarn, Bosniaken und auch italienischsprachige Untertanen (z.B. Welschtiroler) der Krone fügten sich widerstandslos dem Aufruf des Monarchen.

Das Kriegsjahr 1914.

Um den deutschen Bündnispartner zu entlasten, der nach der Schlacht bei Gumbinnen große Teile Ostpreußens aufgeben musste, entschied das Armeekommando aus Galizien heraus nach Norden anzugreifen. Man wollte dadurch auch zugleich dem russischen Aufmarsch zuvorkommen. Die 1. Armee unter General der Kavallerie DANKEL und die 4. Armee unter General der Infanterie AUFFENBERG konnten die russischen Kräfte bei Krásnik und bei Komarow schlagen. Die 3. Armee musste sich bei Zloczow nach vergeblichen Angriffen wieder zurückziehen. Trotz der nunmehr vom Balkan als Verstärkung heranrollenden 2. Armee („B“ Staffel) gelang es nicht, die Lage in der Schlacht von Lemberg zu stabilisieren; Lemberg musste aufgegeben werden. Auch nach der Niederlage bei Tannenberg ließ der Druck der Russischen Armee in Galizien nicht nach. Darauf befahl man der nach Norden ausgerichteten 4. Armee eine Kehrtwendung mit Angriffrichtung (bei Rawaruska) nach Süden, die 2. und 3. Armeen sollten gleichzeitig nach Norden angreifen. Diese sogenannte zweite Schlacht bei Lemberg endete in einem Desaster und führte zum Rückzug der Österreicher in Richtung San und westlichen Karpaten.

Bei diesen Kämpfen gab es hohe Verluste, z.B. bei den Kaiserjägern und Landesschützen. Das 2. Tiroler Kaiserjäger – Regiment (Brixen) hatte 80 % Ausfälle zu beklagen.

Dieses 2. Regiment verlor am 7. September bei Hujcze – Zaborze seine Fahne, als alle Männer vom Fahnenkommando gefallen waren. (Am 22. Jänner 1915 wurde dem Regiment in Dobone vom Kaiser eine neue Fahne verliehen). Die Verluste an gut ausgebildeten Soldaten des „Friedensstandes“ insbesondere Offiziere, waren kaum zu ersetzen – später mit Beginn des Alpenkrieges gegen Italien, sollte sich insbesondere der Verlust der gut ausgebildeten Gebirgstruppen in den frühen Massenschlachten der Ostfront negativ auswirken.

Mitte September waren große Teile Galiziens verloren gegangen und die Festung Przemys´l erstmals eingeschlossen worden. Entsatzversuche blieben zunächst erfolglos, bis die Schlacht bei Limaniw – Lapanow (1. Dezember bis 14. Dezember 1914) den russischen Angriffschwung erlahmen ließ und die Front sich vorerst stabilisierte.

Nachdem sich die Lage an der Südostfront gegen Serbien im Dezember 1914 beruhigt hatte, konnte das Oberkommando Truppen an die Nordfront verlegen, um die Abwehrfront an den Karpatenpässen zu verstärken. Am Ende des Jahres hatten die österreichisch – ungarischen Verbände Verluste von insgesamt 1,268.696 Mann an Gefallenen, Verwundeten und Vermissten (dazu zählen auch die in Gefangenschaft geratenen). Nur 863.00 Mann wurden ersetzt; Truppenteil mit 30 bis 40 % Ist-Stärke waren, verursacht durch die Eingans erwähnte veraltete Taktik, keine Seltenheit.

Kavallerieschlacht

Am 21. August 1914 fand östlich von Zloczów die wahrscheinlich letzte klassische Reiterschlacht der Weltgeschichte statt. Hier traf die russische 10. Kavalleriedivision mit dem 10. Husaren – Regiment (Ingermanland – Husaren), dem 10. Ulanen – Regiment (Odessa – Ulanen), dem 4. Kosaken – Regiment (Ordenburg – Kosaken) und dem
10. Dragoner – Regiment (Nowogorod – Dragoner) auf die Ortschaft Wolczowce, die vom II. Bataillon des k.k. Landwehr – Infanterie – Regiments Nr. 35 gehalten wurde.

Die angreifenden Russen konnten durch die herbeieilende 4. k.u.k. Kavallerie – Truppendivision mit den Dragoner – Regimentern Nr. 9 und Nr. 15 sowie den Ulanen – Regimentern Nr. 1 und Nr. 13 rund um den Ort Jaroslawice noch vor dem Flüsschen Stypa in stundenlangen Gefechten und eskadronsweisen (Eskadron – kleinste Einheit der Kavallerie) Attacken aufgehalten werden.

Südfront

Auf dem Balkan verliefen die Operationen ebenfalls wenig erfolgreich. Nachdem bereits zwei Offensiven der 5. und 6. k.k. Armee im August und September 1914 an der Save und Drina unter hohen Verlusten gescheitert waren, konnte zwar im dritten Versuch Anfangs Dezember Belgrad eingenommen werden; nach einer serbischen Gegenoffensive musste man die Stadt aber wenig später wieder räumen. Die Misserfolge waren neben dem erbitterten Widerstand des Gegners auf schwieriges Gelände, mangelnden Nachschub und den operativ – taktischen Fehlern des Oberkommandierenden der Balkanstreitkräfte, Feldzeugmeister Potiorek zurückzuführen.

Trotz aller dieser Mängel schlug sich die österreichisch – ungarische Armee tapfer!


F. d. R. d. W, Ing. Winfried Matuella Obmann des Andreas–Hofer–Bundes Tyrol März 2014

 

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