Herz-Jesu-Gelöbnis in Tirol

Das Land Tirol wurde im April 1796  angesichts der Bedrohung durch die Truppen Napoleons in Kriegsbereitschaft versetzt. Dies bedeutete, dass alle waffentauglichen Männer militärisch geschult wurden. Schon nach drei Wochen wurde ein 7.000 Mann starkes Heer (Schützen)  in die südlichen Grenzgebiete geschickt. Am 1. Juli desselben Jahres traten die Tiroler Landstände in Bozen zusammen, um über die Situation zu beraten. Es war die Idee des Stamser Abtes Sebastian Stöckl, das Land dem „Heiligsten Herzen Jesu“ anzuvertrauen und so göttlichen Beistand zu erhalten. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Man achtete besonders darauf, dass dieser feierliche Schwur das ganze Land betraf, um damit ein einigendes Band zu schaffen. Dies hatte zur Folge, dass der Landsturm einen bis dahin noch nie erlebten Zulauf an Freiwilligen erlebte.

Es war Andreas Hofer, der 1809 während der zweiten Bergisel-Schlacht im Mai 1809 das durch die Landstände geleistete Bündnis mit dem Herzen Jesu zu einem Feiertag erhob. Der Sandwirt ordnete die jährliche Begehung des Herz-Jesu Festes am Sonntag nach der Fronleichnamsoktav an und wohnte an dem der siegreichen Berisel-Schlacht folgenden Sonntag den 4. Juni 1809, der ersten Dankfeier in der Innsbrucker Hofkirche mit seinem Gefolge bei.

Dieses Gelöbnis wird jedes Jahr durch die Tiroler Landesregierung bei einem Landes Gelöbnis-Gottesdienst zum Herz-Jesu-Fest  in der Jesuitenkirche in Innsbruck erneuert. Es gibt ein Gebet zur Gelöbniserneuerung durch Vorbeter und Volk, sowie  das Lied zur Gelöbniserneuerung das erstmals bei der 100 Jahrfeier 1896 erklang. ( Text: Josef Seeber 1896, Musik Ignaz Mitterer 1896)

 

Auf zum Schwur Tiroler Land

heb zum Himmel Herz und Hand!

Was die Väter einst gelobt,

als der Kriegsturm sie umtobt,

das geloben wir aufs neue

Jesu Herz dir ewige Treue !

 

Wundermächtig immerfort

warst du deines Volkes Hort,

stets in Not und Kriegsgefahr,

schirmtest du den roten Aar.

Drum geloben wir aufs neue

Jesu Herz dir ewige Treue !

 

Fest und stark zu unserem Gott

stehen wir trotz Hohn und Spott,

fest am Glauben halten wir,

unseres Landes schönste Zier.

Drum geloben wir aufs neue

Jesu Herz dir ewige Treue !