Umfrage: 71,8 % der Italiener befürworten Selbstbestimmung für Südtirol

71,8 % der Italiener befürworten das Recht auf politische Selbstbestimmung der Südtiroler. Dies ist das herausragende Ergebnis einer Italienweiten Umfrage, die die Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung heute bei einer Pressekonferenz in Bozen vorstellte. 63% wissen Bescheid über die Abtrennung Südtirols nach dem 1. Weltkrieg. Hingegen ist nur jedem dritten Italiener bekannt, dass in Schottland und Katalonien Volksabstimmungen über die Unabhängigkeit stattfinden werden. Trotzdem befürworten 74 %  ausdrücklich das Recht dieser beiden Länder auf Unabhängigkeit.

Die italienische Bevölkerung zeige ein „äußerst modernes europäisches Bewusstsein, das sich nicht mehr von überholten juristischen und politischen Einwänden beeindruckten lässt“, erklärte Heimatbund-Obmann Roland Lang bei der heutigen Pressekonferenz. Die Bevölkerung sei „längst weiter als die staatlichen Organe, die noch im Machtdenken der Vergangenheit behaftet“ seien, so Lang. Das Selbstbestimmungsrecht der Südtiroler sei ein unverzichtbares Recht, das auch angewandt werden kann. Das bestätigen uns mit dieser Umfrage auch die Italiener. Die menschenrechtlich und demokratisch eingestellte italienische Bevölkerung würde dies aufgeschlossen unterstützen, so der Obmann der Arbeitsgruppe.

Diese politische Reife der Italiener  ist ein Beispiel für ganz Europa, wurde auf der Pressekonferenz erklärt. Das Ergebnis, dass 74,2% der Italiener es richtig finden, dass die Bevölkerung eines Gebietes das Recht auf Selbstbestimmung ausüben kann, zeigt europäische Reife und Verständnis, dass kein Volk fremdbestimmt leben möchte.

Die Südtiroler Politik müsse daraus ihre Schlüsse ziehen und die politische Selbstbestimmung als Grundziel anstreben. Die täglich neu vom Staat eingeengte Autonomie sei kein Ersatz für das Selbstbestimmungsrecht!

Nachdem Dr. Franz Pahl den Ablauf und das angewandte System der Umfrage erläutert hatte, ergriff L. -Abg. Pius Leitner das Wort. Der Landtagsabgeordnete zeigte sich erfreut über das Ergebniss, zeige es doch, dass Selbstbestimmung in Italien kein Schreckgespenst sei. L.-Abg. Sven Knoll verwies auf eine bereits früher gemachte Umfrage in Südtirol, bei der sich mehr als 30 % der Südtiroler italienischer Muttersprache für eine Volksabstimmung ausgesprochen haben. Zudem sei Italien das Land der Italiener und nicht der Politiker, die oft gar nicht gewählt wurden. Bei dieser Umfrage hat das Volk gesprochen, die Politik müsse das Ergebnis zur Kenntnis nehmen.

Die Umfrage wurde vom 3.-7. März dieses Jahres vom italienischen Meinungsforschungsinstitut DEMETRA aus Mestre durchgeführt. Tausend Bürger wurden telefonisch befragt.

Die Zielsetzung der Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung ist die Aufklärung der Südtiroler über das Selbstbestimmungsrecht und die Unterstützung aller Initiativen, die zur Verwirklichung einer freien Volksabstimmung unter internationaler Kontrolle gemacht werden. Die Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung besteht zurzeit aus folgenden Personen: Sepp Mitterhofer, L.-Abg. Dr. Eva Klotz, L.-Abg. Sven Knoll, L.- Abg. Pius Leitner, Luis Vonmetz, Dr. Franz Pahl, Paul Bacher, Dr. Egon Kühebacher, Ing. Winfried Matuella, Hermann Unterkircher, Peter Ploner, Rudolf Pichler, Oswald Ellecosta und Roland Lang.

Roland Lang
Obmann der Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung

Von li: Hermann Unterkircher ( AHB Deutschland ), Pius Leitner ( Freiheitliche ),
Dr. Eva Klotz ( Ltg. Abg. SF. ) Roland Lang, ( Obmann AGS und SHB ) Dr. Franz Pahl,
( ehem. Regionalratspräsident ) Sven Knoll ( Ltg. Abg. SF. ) Ing. Winfried Matuella ( AHB Tirol ) Peter Ploner

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